Wie ich mich auf die Ewigkeit freue!
Was fällt dir bei dem Wort Ewigkeit als erstes ein?
von Tilo Kirchhoff, 24.06.2026

Ein paar mögliche Antworten sind: Das hat noch Zeit. Soweit ist es jetzt noch nicht. Ich lebe hier gern. Ich werde hier noch gebraucht. Nicht mein Thema.
Oder auch: Wenn ich doch schon da wäre. Herrlich wird es sein. Freiheit. Liebe. Frieden. Keine Schmerzen mehr. Gemeinschaft. Ein herrliches Fest.
Aber auch: Das ist mir zu hoch. Die Ewigkeit kann ich mir nicht vorstellen. Wie wird das sein, ein Leben ganz direkt mit und bei unserem Vater im Himmel ohne Zeit, ohne Uhr.
In meiner Jugend habe ich stundenlang mit einem guten Freund, er war Klavierbauer, darüber nachgedacht, ob es im Himmel Steinway- oder Blüthner-Flügel gibt. Mit einem anderen habe ich mich geneckt und ihm, er war begeisterter Skifahrer, mit Verweis auf die Bibel gesagt: Berge wird es nicht mehr geben. Und ein von einer Behinderung gezeichneter Professor sagte seinen Studenten: Im Himmel kann ich auf zwei gesunden Beinen stehen.
Martin Luthers Freund Philipp Melanchthon stellte sich die Ewigkeit als himmlische Akademie vor. In jungen Jahren freute er sich auf spannende Debatten und Diskussionen im Ringen um Antworten auf brennende Fragen. Im Alter soll er gesagt haben: „Es wird herrlich sein, keine Fragen mehr, alles wird klar sein.“
Um es an dieser Stelle gleich deutlich zu sagen: Keiner von denen, mit denen ich über die Ewigkeit nachgedacht habe, hat sich mit Verweis auf diese wunderbare Zukunft aus dem Leben hier zurückgezogen. Ganz im Gegenteil, ihre Freude auf die Ewigkeit motivierte sie, sich an ganz unterschiedlichen Stellen zu engagieren.
Die Freude auf die Ewigkeit hat nichts mit Weltflucht zu tun. Sie gibt aber unserem Leben und unserem Engagement eine andere, eine weite Perspektive. Und sie hilft, jedenfalls mir, nicht ängstlich zu fragen: Was wird denn noch alles passieren? Sondern fröhlich mit einem Satz aus Psalm 73 zu sagen:
Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um alle, die dir die Treue brechen. Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.
Und darum lasst uns nicht ängstlich in die Zukunft schauen, sondern uns auf die Ewigkeit, die uns Jesus schenkt, freuen und statt zu lamentieren, fröhlich von dem reden, was wir mit ihm hier erleben.
