Feierfreude
von Philipp-Immanuel Albert, 25.02.2026

Wir feiern durch! Nicht nur die ganze Nacht, sondern die nächsten Monate! Wir feiern Gottesdienste, Konfirmationen, Jubelkonfirmationen, das erste Kirchweihfest im Vogtland, Himmelfahrt, Pfingsten, unser Tauffest, Kirche Kunterbunt … und ebenso bunt ist die ganze Natur um uns herum in Feierlaune voller Blumen und Blüten! Was für ein herrlicher Frühsommer!
Und wie sieht es bei uns ganz persönlich aus? Alle in Feierlaune?
Ich freue mich über jeden Menschen, der tief aus dem Herzen lächelt. Aber wie oft und schnell wird dieses Herzenslächeln von Sorgen, Problemen und Alltagslasten überschattet? Wir wollen alle fröhlich sein und glücklich. Doch je mehr wir es versuchen, desto weniger sind wir es – so zumindest verschiedene wissenschaftliche Studien. Man spricht vom Glücksparadoxon: Wer sein eigenes Glück sucht, wird es verlieren.
Suchen wir vielleicht zu sehr nach Glücksgefühlen, statt nach tiefer tragender Lebensfreude? Glücksgefühle sind wie ein herrliches Feuerwerk, das kurz aufleuchtet, bevor dann die Nacht wieder dunkel uns umgibt. Sie machen die Nacht nicht zum Tag. In unserem Wohlstand haben wir tausende Möglichkeiten für solche Feuerwerke – was für ein Geschenk! Aber in den großen Fragen wie dem Sinn des Lebens oder einer beflügelnden Hoffnung für unsere Zukunft, sieht es in vielen Herzen eher unglücklich bis dunkel und leer aus. Gibt es eine Lebensfreude beständiger, stärker und entscheidender als unsere Suche nach verfliegenden Glücksgefühlen?
Ein Gebet aus den Psalmen begeistert mich da (Psalm 16,11): „Du (Gott) führst mich den Weg zum Leben. In deiner Nähe finde ich Freude in Fülle; aus deiner Hand kommt für mich ewiges Glück.“ Nicht für umsonst heißt die Botschaft von Jesus „Evangelium“ (frohe Botschaft). Gott hat uns zur Freude erschaffen und ist zugleich die Quelle erfüllender ewiger Freude.
Unsere vielen Feiern werden schöne Höhepunkte sein - ich freu mich drauf! Aber viel mehr noch geht es bei diesen Festen einfach darum in Gottes Nähe zu sein. Nicht vom Feiern selbst kommt die Freude, die im Alltag trägt. Sondern wo wir Gott suchen, wird es in unseren Herzen taghell von seiner Lebensfreude. Deshalb lädt Gott uns immer wieder zu sich ein - nicht nur zu hohen Festen, sondern Woche für Woche, Tag für Tag seine Nähe in Gebet und Gottesdienst zu finden und zu feiern!
