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Tod oder Ewigkeit?

von Philipp-Immanuel Albert, 24.06.2026

 

2026 11 22 TodOderEwigkeit

Am letzten Sonntag im Kirchenjahr (vor dem 1. Advent) muss ich mich entscheiden! In unserem Gottesdienstbuch gibt es zwei Vorschläge, was wir da feiern: Totensonntag oder Ewigkeitssonntag. Für beide Anlässe gibt es passende Bibeltexte und Vorschriften.

Wenn wir uns für den „Totensonntag“ entscheiden, hängt am Altar ein schwarzer Stoff (Parament) für das dunkle tiefe Tal von Abschied, Trauer und Tod.

Wenn wir hingegen „Ewigkeitssonntag“ feiern, hängen wir ein strahlend weißes Parament auf, das für die Erfahrung der Herrlichkeit Gottes und (Ewigkeitsvor-)Freude steht.

Weiß hängt übrigens auch an besonderen Festtagen wie z.B. Weihnachten und Ostern. Die Bibelworte hier sind wie ein hoher Berg, von dem wir einen Blick über das dunkle Tal des Todes auf die Zukunft werfen, die Gott uns schenken möchte: die Ewigkeit.

Lieber Totensonntag oder Ewigkeitssonntag? Schwarz oder weiß? Trauer oder Vorfreude?

Was sollen wir Eurer Meinung nach feiern? Ich bin ehrlich: Ich kann mich nicht entscheiden. Und weil mir bisher noch niemand dafür auf die Finger geklopft hat, habe ich beides in den ersten Jahren als junger Pfarrer immer wieder mal vermischt. Ein helles hoffnungsvolles Parament, den Predigttext mal vom Toten-, mal vom Ewigkeitssonntag. Trauer und Totengedenken, aber ebenso Ewigkeitshoffnung.

Irgendwie ist es doch beides, oder?

Für mich ist es immer ein sehr besonderer Sonntag im Jahr. November-Nebel, kurze dunkle Tage und die kahle Natur machen uns das Herz nicht gerade leicht. Wer sich nicht aus Angst vor schweren Gedanken in Arbeit oder Ablenkungen flüchtet, merkt ohnehin, wie die Vergänglichkeit an unsere Herzenstür klopft. Die Natur wirkt wie tot. Wir denken an liebe Menschen, die von uns gegangen sind und fragen vielleicht sogar mutig, was von unserem Leben einmal bleibt. Gerade in diese Fragen, Sorgen und Schwere hinein kommt Jesus im Gottesdienst zu uns. Wenn wir Jesu ausgestreckte Hand ergreifen, führt er uns durch das tiefe Tal und den Nebel auf einen Berg. In den Liedern, Gebeten und Gottes Worten aus der Bibel lichtet sich der Nebel. Gottes Licht bricht durch wie die Sonne durch die Wolkendecke an einem kühlen Herbsttag. Wir können auf einmal weiter sehen als bis zur Kirchenwand, dem Trauertal oder Ende unseres Lebens.

Wer das erlebt, der merkt: Es geht um viel mehr als ein vages Wünschen und Hoffen, dass da vielleicht noch irgendwie mehr nach dem Tod kommt. Luther sprach da gern von der „Gewissheit im Glauben“.

Das ist kein todsicheres Ticket zur Ewigkeit, das man sich als Gutmensch verdient, anderen zeigen und sich was drauf einbilden kann. Diese Gewissheit ist am ehesten eine Klarheit im Herzen und ein tiefer Frieden durch Vertrauen in Jesus. Vertrauen entsteht und wächst (auch zu anderen Menschen) immer durch Vertrautheit im Leben. Wenn´s ans Eingemachte geht (schon mitten im Leben und auch mal im Sterben), folgt jeder von uns dem Rat unserer Eltern: „Du sollst nicht mit Fremden mitgehen!“

Wenn Jesus dann nur der entfernte Bekannte meiner frommen Großeltern war, werde ich in den großen Entscheidungen des Lebens und erst recht im Sterben nicht diesem „Fremden“ folgen. Wohl eher meinen eigenen Gedanken und Wünschen - und bei mir allein bleiben.

Weil es Gott unendlich gut mit uns meint, will er nicht, dass wir uns irgendwo im Leben oder in uns selbst verlieren und verloren gehen. Deshalb ruft er uns in seine Nähe, damit wir über unser Leben hinweg immer vertrauter mit ihm werden. Dieser Ruf von Jesus steht auch über diesem besonderen Sonntag im Angesicht von Tod und Ewigkeit. Und genau deshalb feiern wir überhaupt so regelmäßig Sonntag für Sonntag Gottesdienste an so vielen Orten auf der Welt – weil Gott uns persönlich nahe kommen will.

2026 11 22 TodOderEwigkeit Hand

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Zufällige Treffen sind selten geworden. Weite Wege liegen oft zwischen uns. Aber es gibt ja das Telefon. Sicher, es ersetzt kein persöniches Gespräch. Aber für einen ersten Kontakt ist es eine gute Hilfe.