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Willkommen in Oelsnitz

In der südwestlichsten Region Sachsens, nahe der Tschechischen Republik und angrenzend an Bayern und Thüringen liegt das Vogtland. Fast in der Mitte des Vogtlandkreises, in der Nähe der Sächsischen Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach, sowie der Spitzenstadt Plauen befindet sich die Teppichstadt Oelsnitz. Sie zählt heute etwa 10.300 Einwohner.
St. Jakobie Kirche Oelsnitz/V.

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St. Jakobi Krirche Oelsnitz
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08606 Oelsnitz/V.

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Kirchennachrichten

Adventseinsingen - Glocken für St. Jakobus

"Eigentlich", wenn ich das schon höre! "Eigentlich" steht für mich für: Es kommt anders als gewollt, geplant, gewünscht. Eigentlich sollte unser Geläut zum Adventseinsingen, am Samstagabend vor dem 1. Advent das erste Mal wieder zu hören sein. Und eigentlich sah auch alles ganz gut aus. Die vereinbarte Terminkette am Jahresanfang stand. Es war Luft für Unvorhergesehenes eingeplant. Doch dann kam alles anders. Wetter, Krankheit, Terminüberschneidungen, immer wieder gab es kleine Verzögerungen. Gearbeitet wurde das ganze Jahr über fleißig. Trotz aller Schwierigkeiten sind die Glocken gegossen, die Joche und der Stuhl gebaut. Und nun liegen wir doch hinter dem Zeitplan. Aktuell sieht es so aus, dass in der Woche vor dem ersten Advent die Glocken auf den Turm kommen. Die Endmontage ist aber nicht mehr zu schaffen. Vielleicht, so der ehrgeizige Plan des Monteurs, vielleicht, wenn nichts mehr dazwischen kommt, läutet eine der Glocken.  Anschlagen, hören und weihen können wir sie aber dennoch. Dies soll in diesem Jahr "eigentlich" zum Adventseinsingen passieren. Und eigentlich soll eine Glocke aus dem neuen Geläut das erste Mal zu einer Taufe läuten.
Nehmt Euch daher dieses Jahr etwas mehr Zeit für das Adventseinsingen. Es wird, so der Plan, vor der Kirchentür beginnen und in der Kirche fortgesetzt. Und Zeit für ein Beisammensein bei Lebkuchen, Punsch und Glühwein wird auch sein. Ich bin gespannt, ob und wie es wird. Und ich freue mich darauf, nicht "eigentlich", sondern wirklich!

Und nun kommt es doch anders. Leider! Unser Erbe, die geschichtsträchtige große Glocke interessiert sich nicht für die Vorgaben der Statiker und Dynamiker. Sie läutet in der Werkstatt entweder schön, aber zu schnell für unseren Turm. Oder sie läutet im richtigen Tempo, dafür aber nicht wirklich schön. Das verlängert aktuell den Aufenthalt in der Werkstatt. Hoffentlich wird bald eine gute Lösung gefunden, so daß unsere Glocken auf den Turm können. 

Trotz aller Schwierigkeiten, es wird Advent. Unser HERR kommt. Sicher! Die Adventszeit erinnert uns daran. Und wir wollen diese Zeit wie immer einsingen, auf den Stufen vor der Kirche.

Bleibt behütet. 

Tilo Kirchhoff


Samstag, 27.11.2021
17.45 Uhr
St. Jakobikirche Oelsnitz

Adventseinsingen - Glocken für St. Jakobus

"Eigentlich", wenn ich das schon höre! "Eigentlich" steht für mich für: Es kommt anders als gewollt, geplant, gewünscht. Eigentlich sollte unser Geläut zum Adventseinsingen, am Samstagabend vor dem 1. Advent das erste Mal wieder zu hören sein. Und eigentlich sah auch alles ganz gut aus. Die vereinbarte Terminkette am Jahresanfang stand. Es war Luft für Unvorhergesehenes eingeplant. Doch dann kam alles anders. Wetter, Krankheit, Terminüberschneidungen, immer wieder gab es kleine Verzögerungen. Gearbeitet wurde das ganze Jahr über fleißig. Trotz aller Schwierigkeiten sind die Glocken gegossen, die Joche und der Stuhl gebaut. Und nun liegen wir doch hinter dem Zeitplan. Aktuell sieht es so aus, dass in der Woche vor dem ersten Advent die Glocken auf den Turm kommen. Die Endmontage ist aber nicht mehr zu schaffen. Vielleicht, so der ehrgeizige Plan des Monteurs, vielleicht, wenn nichts mehr dazwischen kommt, läutet eine der Glocken.  Anschlagen, hören und weihen können wir sie aber dennoch. Dies soll in diesem Jahr "eigentlich" zum Adventseinsingen passieren. Und eigentlich soll eine Glocke aus dem neuen Geläut das erste Mal zu einer Taufe läuten.
Nehmt Euch daher dieses Jahr etwas mehr Zeit für das Adventseinsingen. Es wird, so der Plan, vor der Kirchentür beginnen und in der Kirche fortgesetzt. Und Zeit für ein Beisammensein bei Lebkuchen, Punsch und Glühwein wird auch sein. Ich bin gespannt, ob und wie es wird. Und ich freue mich darauf, nicht "eigentlich", sondern wirklich!

Und nun kommt es doch anders. Leider! Unser Erbe, die geschichtsträchtige große Glocke interessiert sich nicht für die Vorgaben der Statiker und Dynamiker. Sie läutet in der Werkstatt entweder schön, aber zu schnell für unseren Turm. Oder sie läutet im richtigen Tempo, dafür aber nicht wirklich schön. Das verlängert aktuell den Aufenthalt in der Werkstatt. Hoffentlich wird bald eine gute Lösung gefunden, so daß unsere Glocken auf den Turm können. 

Trotz aller Schwierigkeiten, es wird Advent. Unser HERR kommt. Sicher! Die Adventszeit erinnert uns daran, auch wenn wir diese Zeit in diesem Jahr nicht auf den Stufen vor der Kirche einsingen können.

Herzlichen Dank an die Bläser, die die vielen Stufen hinauf auf den Turm steigen, um mit genügend Abstand und hoffentlich gut hörbar uns auf den Advent einstimmen.

Bleibt behütet. 

Tilo Kirchhoff


Samstag, 27.11.2021
St. Jakobikirche Oelsnitz

Geschichte

In der südwestlichsten Region Sachsens, nahe der Tschechischen Republik und angrenzend an Bayern und Thüringen liegt das Vogtland. Fast in der Mitte des Vogtlandkreises, in der Nähe der Sächsischen Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach, sowie der Spitzenstadt Plauen befindet sich die Teppichstadt Oelsnitz. Sie zählt heute etwa 13.000 Einwohner.

In einem Dokument von 1200 wird Oelsnitz das erste Mal urkundlich erwähnt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ließ Vogt Eberhard von Straßberg die Burg Voigtsberg errichten. Doch er ließ nicht nur die Burg, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die St. Jakobikirche um 1240 als Basilika aus Stein, errichten. Die Kirche hatte sicher schon einen Vorgängerbau, denn bereits 1225 wird in einer Urkunde ein Pfarrer "Heinricus plebanus de Olsniz" genannt. In einer Urkunde von 1357 ist erstmals von einer Stadt Oelsnitz die Rede.

Sachsen war im 16.Jahrhundert ein Vorreiter der Reformation. Bis zur Reformation gehörte Oelsnitz zum Bistum Zeitz-Naumburg. Die Einführung der Reformation erfolgte in Oelsnitz sehr bald. Bei einer ersten Kirchenvisitation im Jahr 1529 wird Jobst Engelschall als Pfarrer in Oelsnitz genannt. Es ist anzunehmen, daß der ursprünglich katholischer Pfarrer, schon 1523 in der Stadt wirkte.

Eine Superintendentur für Plauen und das Amt Voigtsberg wurde, als eine der ersten in Sachsen, bereits bei der Kirchenrevision 1529 errichtet. Vier Jahre später, im Jahr 1533 entstand in Oelsnitz eine eigene Superintendentur und Pfarrer Loener wurde der erste Superintendent. Sein Nachfolger Paulus Rephun (Paul Rebhuhn), ein Haus- und Tischgenosse Luthers in Wittenberg, wurde durch seine Dichtungen und Dramen bekannt. Er wirkte hier von 1542 bis zu seinem Tode 1546. Nach ihm ist in Oelsnitz eine Straße benannt. Oelsnitz blieb fast 470 Jahre Ephoralstadt. Mit dem Ruhestand von Superintendent Düring im Jahr 1999 wurde diese Stelle nicht mehr besetzt und die beiden Ephorien Oelsnitz und Plauen zu Beginn des Jahres 2001 zusammengelegt.

Einen Aufschwung nahm die Stadt Oelsnitz im 16. Jahrhundert durch den einsetzenden Zinnbergbau. Der zu den einflußreichsten Wegbereitern der deutschen Kirchenkantate gehörende Komponist Johann Rosenmüller (1619 - 1684) wurde hier geboren.

Durch Stadtbrände kam Oelsnitz oft zu Schaden, so in den Jahren 1519, 1632 (Zerstörung im dreißigjährigen Krieg),1720 und 1780. Der letzte große Stadtbrand 1859 vernichtete fast die gesamte Stadt. Nach Plänen von Christoph Carl Schmidt, einem Regierungsbeamten aus Dresden, wurde Oelsnitz im spätklassizistischen Stil wieder aufgebaut.

Zur Baugeschichte der St.Jakobikirche
Geweiht ist die Kirche dem Apostel Jacob d. Älteren. Sie liegt an einem alten Pilgerweg zu dessen Grab in Santiago de Compostella.
Wie bereits erwähnt, wurde ein erster Steinbau der Kirche unter Eberhard von Voigtsberg errichtet. Aus dieser Bauphase ist wahrscheinlich noch der untere, spätromanische Teil des Nordturmes erhalten. In der Herrschaftszeit von Heinrich III. könnte die Kirche um den Chor, im gotischen Stil mit fünfseitigem Abschluß, erweitert worden sein.
Ein Außen, an der Südseite des Chores, eingemauertes frühgotisches Dreipaßrelief zeugt vielleicht von diesem Umbau. Ende des 15.Jahrhunderts mußte das Gotteshaus offensichtlich neu errichtet werden, denn aus einer Schriftstück von 1499 geht hervor, daß "die durch Feuer beschädigt gewesene Pfarrkirch daselbst neu erbaut und mit einer schönen Orgel versehen" wurde.
Obwohl schon das Zeitalter der Renaissance angebrochen war, wurde die St. Jakobikirche im spätgotischen Stil, unter teilweiser Verwendung der alten Grundmauern, neu errichtet. Der Grundriß und das prächtige Gewölbe, aus dieser Bauzeit, bestimmen das Innere der Kirche bis heute. Einem Brief des Rates der Stadt Oelsnitz an Friedrich Wilhelm, Herzog zu Sachsen aus dem Jahr 1594 können wir entnehmen, daß die Türme wegen Geldmangel noch nicht vollendet waren. Die Glocken wurden mindestens schon 8 Jahre auf dem Markt geläutet. Das der Bau doch noch beendet wurde zeigt das älteste Bild der Stadt, eine Federzeichnung von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1629. Beide Türme deckten nun, die erst flach, dann steil aufsteigenden Walmdächer.

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