titel

In der südwestlichsten Region Sachsens, nahe der Tschechischen Republik und angrenzend an Bayern und Thüringen liegt das Vogtland. Fast in der Mitte des Vogtlandkreises, in der Nähe der Sächsischen Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach, sowie der Spitzenstadt Plauen befindet sich die Teppichstadt Oelsnitz. Sie zählt heute etwa 13.000 Einwohner.

In einem Dokument von 1200 wird Oelsnitz das erste Mal urkundlich erwähnt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ließ Vogt Eberhard von Straßberg die Burg Voigtsberg errichten. Doch er ließ nicht nur die Burg, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die St. Jakobikirche um 1240 als Basilika aus Stein, errichten. Die Kirche hatte sicher schon einen Vorgängerbau, denn bereits 1225 wird in einer Urkunde ein Pfarrer "Heinricus plebanus de Olsniz" genannt. In einer Urkunde von 1357 ist erstmals von einer Stadt Oelsnitz die Rede.

Sachsen war im 16.Jahrhundert ein Vorreiter der Reformation. Bis zur Reformation gehörte Oelsnitz zum Bistum Zeitz-Naumburg. Die Einführung der Reformation erfolgte in Oelsnitz sehr bald. Bei einer ersten Kirchenvisitation im Jahr 1529 wird Jobst Engelschall als Pfarrer in Oelsnitz genannt. Es ist anzunehmen, daß der ursprünglich katholischer Pfarrer, schon 1523 in der Stadt wirkte.

Eine Superintendentur für Plauen und das Amt Voigtsberg wurde, als eine der ersten in Sachsen, bereits bei der Kirchenrevision 1529 errichtet. Vier Jahre später, im Jahr 1533 entstand in Oelsnitz eine eigene Superintendentur und Pfarrer Loener wurde der erste Superintendent. Sein Nachfolger Paulus Rephun (Paul Rebhuhn), ein Haus- und Tischgenosse Luthers in Wittenberg, wurde durch seine Dichtungen und Dramen bekannt. Er wirkte hier von 1542 bis zu seinem Tode 1546. Nach ihm ist in Oelsnitz eine Straße benannt. Oelsnitz blieb fast 470 Jahre Ephoralstadt. Mit dem Ruhestand von Superintendent Düring im Jahr 1999 wurde diese Stelle nicht mehr besetzt und die beiden Ephorien Oelsnitz und Plauen zu Beginn des Jahres 2001 zusammengelegt.

Einen Aufschwung nahm die Stadt Oelsnitz im 16. Jahrhundert durch den einsetzenden Zinnbergbau. Der zu den einflußreichsten Wegbereitern der deutschen Kirchenkantate gehörende Komponist Johann Rosenmüller (1619 - 1684) wurde hier geboren.

Durch Stadtbrände kam Oelsnitz oft zu Schaden, so in den Jahren 1519, 1632 (Zerstörung im dreißigjährigen Krieg),1720 und 1780. Der letzte große Stadtbrand 1859 vernichtete fast die gesamte Stadt. Nach Plänen von Christoph Carl Schmidt, einem Regierungsbeamten aus Dresden, wurde Oelsnitz im spätklassizistischen Stil wieder aufgebaut.

Zur Baugeschichte der St.Jakobikirche
Geweiht ist die Kirche dem Apostel Jacob d. Älteren. Sie liegt an einem alten Pilgerweg zu dessen Grab in Santiago de Compostella.
Wie bereits erwähnt, wurde ein erster Steinbau der Kirche unter Eberhard von Voigtsberg errichtet. Aus dieser Bauphase ist wahrscheinlich noch der untere, spätromanische Teil des Nordturmes erhalten. In der Herrschaftszeit von Heinrich III. könnte die Kirche um den Chor, im gotischen Stil mit fünfseitigem Abschluß, erweitert worden sein.
Ein Außen, an der Südseite des Chores, eingemauertes frühgotisches Dreipaßrelief zeugt vielleicht von diesem Umbau. Ende des 15.Jahrhunderts mußte das Gotteshaus offensichtlich neu errichtet werden, denn aus einer Schriftstück von 1499 geht hervor, daß "die durch Feuer beschädigt gewesene Pfarrkirch daselbst neu erbaut und mit einer schönen Orgel versehen" wurde.
Obwohl schon das Zeitalter der Renaissance angebrochen war, wurde die St. Jakobikirche im spätgotischen Stil, unter teilweiser Verwendung der alten Grundmauern, neu errichtet. Der Grundriß und das prächtige Gewölbe, aus dieser Bauzeit, bestimmen das Innere der Kirche bis heute. Einem Brief des Rates der Stadt Oelsnitz an Friedrich Wilhelm, Herzog zu Sachsen aus dem Jahr 1594 können wir entnehmen, daß die Türme wegen Geldmangel noch nicht vollendet waren. Die Glocken wurden mindestens schon 8 Jahre auf dem Markt geläutet. Das der Bau doch noch beendet wurde zeigt das älteste Bild der Stadt, eine Federzeichnung von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1629. Beide Türme deckten nun, die erst flach, dann steil aufsteigenden Walmdächer.

Weiterlesen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.